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  • Henning Kaiser

Gedenkfeier Reichspogrom-nacht in der Ehemaligen Synagoge Wetter


Gedenken an die Verwüstung der Synagoge Wetter unter Beteiligung der Wollenbergschule

In der ehemaligen Synagoge im Herzen von Wetter wurde am 10. November an die schändliche Verwüstung des jüdischen Gotteshauses vor 84 Jahren und der gnadenlosen Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung gedacht. Der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V. richtet die öffentliche Gedenkveranstaltung alljährlich aus. Die Vorsitzende Dr. Martina Kepper sprach von der Wichtigkeit der Erinnerung und der Bewahrung gerade in der heutigen Zeit. Das Gedenken an den Pogrom sei bleibende Aufgabe unserer und der nachfolgenden Generationen, um in einer friedlichen, menschlichen und demokratischen Gesellschaft leben zu können und allen ausgrenzenden und gewalttätigen Tendenzen entgegenzutreten!

Mit dem Entzünden der Lichter und Verlesen der Namen wurde der jüdischen Menschen gedacht, die einst unter uns lebten, dann ausgegrenzt, an den Rand gedrängt und schließlich aus ihrer Heimat vertrieben und in den Vernichtungslagern ermordet wurden!

Fünf Schülerinnen der Wollenbergschule Wetter, Helen Lindenstruth (Kl. 8b), Anna Charlotte Biermann, Tabea Diehl (beide Kl. 6c), Ida Thierfelder, Marla Parr und Amelie Schüren (alle Kl. 5b) im Bild von links nach rechts, gestalteten diesen emotionalen Gedenkakt sehr würdevoll unter Anleitung ihrer Lehrerin Sabine Matzen.

In einem Grußwort betonte der Schulleiter der Wollenbergschule, Andreas Irle, die enorme Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit dem Träger- und Förderverein. Die ehemalige Synagoge Wetter sei der wichtigste außerschulische Lernort für die WSW und ihre Schülerinnen und Schüler, da hier junge Menschen lernen würden, was damals geschah, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Für die Wollenbergschule stehe ein Schulklima im Mittelpunkt, an dem es keinen Platz für jegliche Formen von Diskriminierung gebe: „Wir treten jeden Tag, jede Minute für die Demokratie und unsere gesellschaftliche Verpflichtung, diese zu bewahren, ein!“

Die langjährige Verbundenheit der WSW mit der ehemaligen Synagoge wurde unter anderem durch die Teilnahme der ehemaligen Schulleitungen Johannes Fokken, Christiane Dietzel und der früheren Stufenleiterin Monika Eller-Lüers sowie weiteren aktiven und pensionierten Lehrerinnen und Lehrern und der Schulsozialarbeit bezeugt. Aber auch die Anwesenheit der Angehörigen der vortragenden Schülerinnen ist ein schönes Beispiel dafür, wie das Anliegen der Veranstaltung in die Familien getragen wird und sich verbreitet.

Lehrer Henning Kaiser verlas eine deutsche Übersetzung des hebräischen Gebetes für die ermordeten Juden Europas „El male rachamin“, das zuletzt vom Gründer und Ehrenvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Marburg, Amnon Orbach, in seiner hebräischen Fassung in der ehemaligen Synagoge gebetet wurde.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka dankte dem Verein und der WSW für die würdige Ausgestaltung des Gedenkens. Nicht zuletzt trugen die emotionalen Lieder der wunderbaren Marburger Sängerin Ulla Keller dazu bei, dass der Abend unvergesslich und sehr bewegend wurde.




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